Led Zeppelin

Hard Rock war cool, bevor es Metal gab. Die härteste, heftigste Rock’n-Roll-Erfahrung, war – so meine Klassenkameraden – Led Zeppelin. Vielleicht Deep Purple, aber sicher nicht AC/DC. Also habe ich mir Led Zeppelin angehört, aber ich konnte nicht die Vielfalt und Kreativität und den guten Willen entdecken, den ich von meinen heiligen Beatles gewohnt war. Ich war enttäuscht von Led Zeppelin. Damals, mit 10 Jahren.

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Wenn ich heute die Rockstars aus meiner Kindheit anschaue, dann entdecke ich eine Männlichkeit, die die Zeit überholt hat. Es ist nicht einfach der giftige Machismo, der uns harte Männer und zwei Weltkriege eingebracht hat – nein, jetzt galt es, eine androgyne Ausstrahlung zu kultivieren.

Es ist eher der Kult des Genialischen: Da stehen sie – Roger Daltrey, Robert Plant, David Bowie, Freddie Mercury – und lassen sich feiern, denn Rock ist das Wichtigste auf der Welt. Auf der Bühne Abziehbilder eines weißen Jesus, darunter Jünger, die ihren persönlichen Messias anbeten. Gott ist tot, also beten wir neue Erlöser an, schaffen uns neue Rituale der Verehrung, feiern gemeinsam neue Messen und opfern uns, indem wir nie erwachsen werden. Manche schaffen es, bis ins hohe Alter Teenager zu bleiben.

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