Podcasts

Podcasts höre ich seit 2006. Der erste Podcast, den ich abonniert hatte, war „Schlaflos in München“ von Annik Rubens. „SIM“ gibt es nicht mehr, aber die Macherin ist durchaus rege.

Der abgebildete „Podkater“ war auf uns Hörende manchmal eifersüchtig.

Wie jedes neue Medium richteten sich auch Podcasts zuerst an Vorhandenem aus und wurden – in Anlehnung an Blogs – gerne auch „Audioblogs“ genannt. Die ersten Formate waren nach dem Vorbild Radio gestrickt, aber bald setzte sich das Gesprächsformat durch, das auch heute noch sehr typisch ist. „Free Amateur Chatfest“ nannte „USA Today“ das 2005.
Damals hörte ich vor allem amerikanische Formate, von denen einige auch heute noch existieren: The Naked Scientists, Never Not Funny, The Adam Carolla Show, This American Life oder WTF with Marc Maron.
Auf den Gedanken, selber zu podcasten, kam ich erst viel später


Labiner & Wunderlich – Zwei alte Säcke streiten sich

Ende 2011 wurde die Idee zum ersten Projekt geboren. Mein Freund, Michael Labiner und ich, waren der Meinung, unsere Gespräche wären so geistreich, dass sie auch andere Menschen interessieren könnten. In unregelmäßigen Abständen zeichneten wir sie also auf; den Streit einzubauen bedurfte keiner Schauspielerei: Noch heute sind wir selten einer Meinung.

Dieses Format, welches man mittlerweile abschätzig „Laber-Podcast“ nennt, war damals – lange vor Schulz & Böhmermann – die beliebteste Ausführung. Vorbild war damals sicher „Not Safe for Work“, damals ein großer Erfolg. Mittlerweile höre ich in neue Podcasts des Formats „Zwei weiße Männer unterhalten sich über alles, was ihnen in den Sinn kommt“ gar nicht mehr hinein. Vielleicht auch ein Fehler – aber es gibt so viele!

Bei „Labiner und Wunderlich“ lernte ich den technischen Aspekt der Podcasterei, der Erfolg hat uns beide überrascht. Nichtsdestotrotz hatten wir bald das Gefühl, uns zu wiederholen und streiten uns seitdem wieder privat. Hier also eine Hörprobe aus der Vergangenheit:

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Explikator

Meine Ehe ging in die Brüche und ich saß wieder in einer kleinen Studentenwohnung in München. Das nächste Programm begann ich aus therapeutischen Gründen. Jeden Wochentag gab es eine neue Episode zu Wissenschaft, Film & Fernsehen, Geschichte, Religion & Spiritualität plus ein Comedy-Hörspiel.

Die Promo- und Dankeschönpostkarte

Nach nur drei Folgen begann ich meine Sendungen vorher zu texten, statt anhand von Notizen zu improvisieren. Es gab die Meinung, dass ich somit keinen Podcast mehr produzierte, but I begged to differ. 648 Episoden und beinahe eine Million Downloads später befand ich mich in einer neuen Beziehung und plante ein neues Format.

Hier eine der verschollenen Episoden des „Explikators“. Thema sind „Die deutschen Tugenden“. Nicht meine Lieblingsfolge, aber doch sehr exemplarisch für den Stil.

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Anders & Wunderlich – das Morgenradio

Nahtlos an den Explikator folgte das „Morgenradio“. Eine irreführende Namensgebung, wie sich herausstellen sollte, weswegen wir unterwegs zu „Anders & Wunderlich“ wechselten – die Chance, solche Nachnamen zu besitzen, bietet sich ja nicht allen.

Wie Frau Anders bemerkte: „Da hattest Du ja noch Haare!“

Anfänglich dem Explikator inhaltlich ähnlich, mauserten sich schon im ersten Jahr des Bestehens aber die reinen Geschichten zu den beliebtesten Sendungen. Also erzählen wir seitdem ausschließlich neue Kurzgeschichten. Zu jeder Geschichte führen wir ein Nachgespräch, welches aber nur den Unterstützenden auf „Steady“ gewidmet ist.
Hier ist als Beispiel die zweitbeliebteste Geschichte:

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Hörende meinen: „Ihr Lieben! Hört das! Es ist gut!“


Impetus – einfach meditieren lernen

Ich meditiere seit über dreißig Jahren und habe für die Evangelische Gemeinde in Holzkirchen auch über Jahre einen Kurs angeboten. Oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob man so einen Kurs nicht auch sehr gut per Audio halten könnte.
Als Audible einen „Call for Papers“ nach neuen Podcastideen ausrief, habe ich mich mit einem Konzept gemeldet. So entstand „Impetus“ mit über 100 Folgen in drei Staffeln und einer obendrauf. In den Bestsellern bei Audible steht das Format seit über drei Jahren in den Top Ten der Kategorie „Religion und Spiritualität“. Heute – 19. September 2021 – zum Beispiel auf Platz eins.
Hier ein Fünfminutenbeispiel:

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Link zu Audible: Impetus . Einfach meditieren lernen!

Hörende meinen: „Nachdem ich für mich festgestellt habe, dass mir Achtsamkeits- und Atemübungen viel bringen, habe ich mich darauf eingelassen, das Meditieren mit Oliver Wunderlich zu lernen und bin begeistert. Durch seine Geschichten oder kurzen Einführungen vorweg und den langsam steigenden gemeinsamen Meditationszeiträumen dürfte es jedem gelingen, das Zazen zu erlernen.“


Deep Sleep

Wegen des Erfolgs kam ich auf die Idee, Gutenachtgeschichten für Erwachsene zu dichten. Kleine, versöhnliche Geschichten, die in einer passenden, entspannenden Soundkulisse enden. Vorneweg noch eine kleine Entspannungsübung – fertig ist der schlafförderlichste Podcast! Auch bei Audible fand man das eine gute Idee. „Deep Sleep“ findet sich in der Bestsellerliste „Gesundheit & Wellness“. Heute – 19. September 2021 – zum Beispiel auf Platz drei.
Hier ein Fünfminutenbeispiel:

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Link zu Audible: Deep Sleep

Hörende meinen: „Deep Sleep hilft fantastisch, zur Ruhe zu kommen. Viele schöne Momente werden geweckt und die Stimme des Sprechers ist sagenhaft. Ein toller Geschichtenerzähler.“


Mindful Morning

Warum aber nur Gutenachtgeschichten? Wie wäre es mit Gutenmorgengeschichten? Etwas für jeden Tag. Statt Nachrichten, nerviger Musik oder Social-Media-Scrolling. Eine tägliche Geschichte mit einem Schuss aus den Weisheitslehren der Welt. Nicht zu ernst, aber auch nicht albern. Nicht zu oberflächlich, aber auch nicht erschütternd.
Mindful Morning war seit seinem Start drei Wochen lang das am meisten abonnierte Angebot bei Audible und schlägt sich, nachdem keine Folgen mehr erscheinen, mit einem Platz 13 – Stand 19. September 2021 – in seiner Kategorie „Beziehungen, Elternschaft & persönliche Entwicklung“ immer noch sehr wacker!
Hier ein Fünfminutenbeispiel:

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Link zu Audible: Mindful Morning

Hörende meinen: „Mein neuer, entspannter Start in den Tag. Danke, Oliver Wunderlich! Tolle Geschichten und eine Stimme wie Butter auf Toast. Wirklich toll!“


Fazit und Ausblick

Das Schreiben und das Sprechen bleiben meine Hauptbeschäftigung, daran besteht kein Zweifel. Selbst, wenn ich in der italienischen Lotterie „SuperEnalotto“ die 80 Millionen gewinnen würder, die gerade im Topf sind – ein Wunder, da ich ja nicht mitspiele – würde ich weitermachen. Und ich denke, der Frau Anders geht es nicht anders.

Die Tatsache, dass unsere Inhalte so beliebt sind, ist wahrscheinlich der Glücksfall meines Lebens. Ohne Podcast hätte ich nie das Schreiben weiterverfolgt. Wahrscheinlich wäre dann, außer Blogbeiträge, mein Roman „Sealab 2020 – Angriff der Roboterhaie“ – geschrieben 1975, ein DIN-A5-Heft, liniert – das Einzige geblieben, was ich verfasst hätte.

Wie geht es weiter? Tja. Gute Frage. Die Schublade ist voll mit Projekten mit Titeln wie „Imperfekt“, „HitStory“, „Fabulator“, „Heimliche Heldin“ oder „Lauschjagd“. Vieles ist momentan nicht zu realisieren, aber zwei Konzepte sind gerade in der Mache. Eines davon gibt es sicher bald zu hören!