Die Töchter Palatins

… ist eine Kurzgeschichte, die wir bei „Anders & Wunderlich“ in drei Teilen als Hörbuch eingesprochen haben. (Teil I, Teil II, Teil III). Hier möchte ich sie als eBook kostenlos zur Verfügung stellen. (Der Umfang beträgt 22 Manuskriptseiten – der Ausdruck „eBook“ ist also ein bisschen hochgegriffen.)

Momentan – Oktober 2011 – läuft „Dune“ im Kino. Der insgesamt achte Versuch einen Kultroman der Siebziger, geschrieben von Frank Herbert, als Film oder Serie umzusetzen. An die 32 Romane spielen in dem damals geschaffenen Universum und Herberts Einfluss auf die moderne Science Fiction gleicht dem von Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke. (Habe ich irgendwo abgeschrieben.)

Speziell die erste Trilogie wird dafür gerühmt, dass sie wegweisend Umweltthemen in die wissenschaftlich-trockene Welt des Sci-Fi eingeführt habe und Herbert somit ein prophetisches Werk geschrieben hätte.

Echt jetzt? (Ab hier Spoiler): Das mit der Umwelt funktioniert umgekehrt in Dune. Aus dem Wüstenplaneten wird ein grünes Paradies. Punkt. (Bis man bemerkt, dass man damit aus Versehen das interplanetarische Reisen abgeschafft hat. Also baut man eine Sandwurm-Reservation, um sich weiterhin an Spice bereichern zu können.) Wir hingegen verwandeln unsere grüne Welt durch unser Gewinnstreben gerade in einen Wüstenplaneten.

Ich habe die erste Trilogie gelesen, aber nicht gemocht. Das stärkste Element ist meiner Meinung das Psychedelische und nicht das Ökologische. Abgesehen davon ist Herbert, meiner Meinung nach, einer der Könige im sogenannten „head hopping“ – er erzählt eigentlich auktorial, springt dabei aber dauernd in die Gedanken und Gefühle seiner Figuren. Treffen sich wichtige Protagonisten, behält man den Überblick nur durch Spice oder andere, bewusstseinserweiternde Drogen. (Bier hilft nicht, persönlich ausprobiert.)

THAT SAID: Die Töchter Palatins ist Hard Sci-Fi mit psychedelischen Elementen.

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Kapitel eins: Weisheit

Sie haben mich in den Tälern des Mark-Aurel-Gebirges abgesetzt und hier würden sie mich auch wieder auflesen. Ich sah dem Shuttle nach. „Wir werden Dich vermissen“, hat Karina gerufen, die Geologin aus meinem Team. Dann hat sie gewartet, dass ich „Ich euch auch“ rufe, aber ich wollte nicht lügen.

Ich winkte kurz, drehte ich mich um und genoss die Landschaft. Menschenleer. Knietief stand ich im Gras, dessen Samen im gleichen Raumschiff angekommen waren wie ich. Unser Terraforming hat viel erreicht, die Atmosphäre war seit zehn Jahren atembar. Der Himmel wurde Jahr für Jahr blauer. Wenn ich nach achtzig Jahren Schlaf wieder auf der Erde landen werde, wird das erste Raumschiff mit richtigen Siedlern auf dem Weg hierher sein.

Jetzt aber stehe ich alleine in diesem Gebirge. Noch sind nur die Täler überwuchert mit unseren Flechten, Gräsern und Pilzen. Als sich hier, vor fünf Milliarden Jahren, die Kontinentalplatten trafen, trieb es das Gestein schroff in den Himmel. Damals regnete es Schwefelsäure, heute liegen vor mir sanfte Berghügel, die türkisfarben leuchten. Ich beginne den Aufstieg. Der Name des Bergs ist egal. Unsere Manie, die Planeten des Systems nach den Hügeln Roms zu benennen und alle Orte nach römischen Persönlichkeiten, ist imperialistisch. Warum sollten nicht die ersten Menschen, die hier geboren werden, Namen in einer neuen Sprache finden?

Es hilft mir nicht, dass ich meine Kindheit in den Anden verbracht habe. Die Schwerkraft Palatins ist 20% stärker als die der Erde und ich zahle jetzt den Preis für die geschwänzten Trainingsstunden, als ich jung war und eine der ersten hundert Menschen auf diesem Planeten. Die Luft ist laut des P.D. zwei Grad warm und der Sauerstoffgehalt liegt bei 14% – frisch von der Erde Eingetroffene bräuchten eine Sauerstoffmaske. Als ich den Gipfel erreiche, bin ich trotz Gewöhnung bettreif – aber die Aussicht ist die Mühe wert. Bis zum Horizont reihen sich die Wellen der Bergzüge hintereinander. Das Türkis des vordersten ist satt, der letzte schimmert hellblau. Als hätte eine Dreijährige das Meer malen wollen.

Hinter dem Gebirge schiebt sich der Quirinal maigrün über den Himmel, verfolgt vom ockerfarbenen Viminal, der langsamer ist. Weil ihr Stern viel kleiner ist als die Sonne, liegen die Bahnen aller sieben Planeten nah beinander. Darum kann man die Nachbarplaneten sehen: Der Viminal wirkt so groß wie der Mond am Erdhimmel, der Quirinal ist so gewaltig, dass man seine Kanäle erkennen kann. Genau über mir scheint der Stern namens Roma, bei seiner Entdeckung noch ‚Trappist-1a‘ genannt. Wenn unsere Sonne so hell wie Flammen scheint, dann ist Roma die Glut. Ein rotorangener Leuchtball ist sie; es besteht keine Gefahr für die Netzhaut, sie unbeschützt zu betrachten.

Palatin hat wie die Erde einen Kern aus flüssigem Eisen. Wegen der Nähe der anderen Planeten und der Geschwindigkeit, mit der sie ihren kleinen Stern umkreisen, wird er ununterbrochen gestaucht und gezogen. An den Abständen zwischen den Gipfeln lässt sich diese Bewegung beobachten, wenn man Geduld mitbringt. Karinas Doktorandin hat aus Aufnahmen des Satelliten ein zeitgerafftes Video geschnitten. „Palatin hat einen Puls“, hat sie stolz gesagt. „Er atmet“, habe ich gedacht. Unser Planet atmet.

Ich aktiviere das Teleskop in meiner Brille, weil ich in der Ferne einen weißen Punkt entdecke. Ein Gaxo. Es war, glaube ich, Leonov, der vor zwanzig Jahren das Erste auf den Bildern seiner Drohnen entdeckte. ‚Palatin-Gespenster‘ hat er sie getauft, denn sie sind fast durchsichtig. Laura hat zum ersten Mal eines leibhaftig gesehen und dokumentiert. Sie hat ihr Aussehen mit dem eines schneeweißen Baby-Axolotls verglichen. Aus Gespenster-Axolotl wurde ‚Gaxo‘.
Eine Ähnlichkeit zu diesen Lurchen aus Mexiko ist erkennbar, doch die Eingeborenen des Palatins gehen aufrecht und sind an die 20 Meter hoch. Ihr flacher Kopf macht davon ein Drittel aus. Das Spektrometer berechnet für die Gaxos eine Dichte von 1,98 Kilogramm pro Kubikmeter. Kein Messfehler. Ein Äquivalent für diese Dichte auf Meereshöhe der Erde wäre Lachgas. Gaxos sind lebende Zeppeline.
Durch das Teleskop scheint es nur zu flanieren, bei bloßem Auge erkennt man die wahre Geschwindigkeit. Es wirbelt roten Staub auf, die Überreste der Pilzkolonien, die für uns Menschen den Sauerstoff produzieren.
Dann steht es vor mir. Ich blicke in zwei schwarze Kugeln, groß wie Wasserbälle, direkt an der Spitze des Kopfes. Der Körper ist wie Milch, in der rote und blaue Wollbälle treiben. Wir haben keine Hypothese, wie der Stoffwechselhaushalt der Gaxos funktioniert, auf dem ganzen Planeten gibt es nur zwölf Exemplare.
Ich kann kein Maul erkennen. Aber ich befürchte auch nicht, im nächsten Moment verschlungen zu werden. Ich empfinde keine Angst beim Anblick des Riesengeschöpfs, in dessen Handflächen mein ganzer Körper Platz fände.
Ich rufe: „Du nimmst mir die Sicht!“

Sein Kopf neigt sich, die Augenbälle kommen mir näher. Eine Hand nähert, ein Finger berührt sanft meine Nase. Das ist keine Gaswolke, die mich berührt, es fühlt sich wie ein menschlicher Finger an, die Oberfläche warm wie Haut.
„Was Du suchen oben Berg?“, fragt es.
Das sind die ersten Worte, die jemals ein Gaxo gesprochen hat. Hätten wir vor sechzig Jahren, als die ersten Forscher landeten, gewusst, dass Palatin intelligente Einwohner hat, wäre das Terraforming nicht genehmigt worden. Ich würde immer noch alleine in Lampa meine Pilze züchten, wenn ich nicht schon längst in der Geschlossenen gelandet wäre.
„Was ich auf dem Berg suche?“, frage ich zurück.
„Mensch nicht gehen oben Berg. Berg groß. Mensch klein. Du gesund Mensch?“
„Ich genieße die Aussicht!“
„Du mögen sehen?“
„Ja. Dein Planet ist wunderschön.“
„Du mögen sehen Planet. Planet froh. Einverständnis.“
„Du bist meiner Meinung?“
„Ich bin Meinung Deiner.“
„Woher kannst Du meine Sprache?“
„Sprache sind in Deinem Kopf. Viele Sprache. Wort. Hauptwort. Tunwort. Viele Worte. Viele Wörter. In Deinem Gehirn sind viele Wörter.“
Man kann dem Gaxo beim Lernen zuhören. Es ist hochintelligent. Ich sehe aber kein Gehirn, obwohl es halbtransparent ist. Ich sehe ja nicht einmal einen Mund. Es setzt sich neben mich auf den Berg und ahmt meine Haltung nach. Wir haben Augenhöhe. Ich denke mir, dass mein ganzes Quartier in diesem Kopf Platz fände.
„Jetzt bist Du oben Berg. Was machst Du Gegenwart?“, fragt es.
„Ich steige wieder ab und dann steige ich auf den nächsten Berg.“
„Soll ich Dich oben nächsten Berg heben?“
„Nein. Danke. Ich will selber auf den Berg laufen. Ohne den Aufstieg ist der Ausblick keine Belohnung.“
„Einverständnis. Bist Du Mensch wie Menschen?“
„Ob ich so bin wie alle anderen Menschen?“
„Bist Du so wie alle anderen Menschen?“
„Nun. Ich bin ich. Mein Name ist Isidora. Hast Du einen Namen?“
„Ich habe nicht einen Namen. Soll ich einen Namen haben?“
„Wenn Du das möchtest.“
„Ich möchte. Dann ich Name auch Isidora!“
„Das ist aber unpraktisch. Dann könnte man uns leicht verwechseln.“
Das Gaxo nimmt das Wort ‚verwechseln‘ aus meinem Kopf und versucht es zu verstehen. Es schaut mich an und dann pfeift es plötzlich.
„Lachst Du?“, frage ich.
„Du bist lustig. Ich und Dich kann man nicht verwechseln. Ich bin groß wie Berg und Du klein wie Mensch. Aber wenn ich nicht Isidora, dann ich Antonella.“
„Das ist der Name meiner Mutter. Kannst Du Dir nicht einen anderen Namen leihen?“
„Einverständnis. Ich heiße Emilia.“
„So heißt schon meine Schwester. Du klingst auch nicht wie eine Frau. Du klingst wie ein Mann.“
„Erstaunen. Bist Du eine Frau?“
„Ja.“
„Dann bin ich auch eine Frau! Und wie heiße ich?“
„Wie wäre es mit Sofia? Das bedeutet ‚Weisheit‘.“
„Einverständnis. Du bist Isidora. Ich bin Sofia.“

Kapitel zwei: Adamsapfel

Als Roma hinter dem Horizont versinkt, schlage ich im Tal mein Lager auf. Sofia hatte mir den ganzen Tag Gesellschaft geleistet und sprach jetzt besser Englisch, als ich in der Hochschule. Seit einer halben Stunde war sie verschwunden.
Mein Biwak hat sich aufgeblasen und im Boden verankert und nur die Flavinlampe spendet noch Licht. Ich krame im Rucksack nach einer Ration, als es über meinem Kopf muht. Über dem Biwak schwebt eine Kuh. Sofia hat mir eine Kuh gebracht – die muss sie von der Farm im Basislager gestohlen haben.
„Warum hast Du eine Kuh gestohlen?“, frage ich.
„Weil Du Hunger hast. Menschen essen Tiere“, antwortet sie.
„Das ist schon lange her. Das Zeug heißt nur noch nach den Tieren, aber es ist aus … keine Ahnung … Abfall und Schmieröl, das wäre meine Vermutung. Aber, Sofia: Die Kuh gehört ins Basislager. Und wie bist Du, zum Teufel, in einer halben Stunde dahin und wieder zurückgekommen?“
„Ich habe lange zum Aussuchen gebraucht.“
„Bringst Du sie bitte wieder zurück?“
„Wenn Du das willst. Willst Du etwas Anderes essen?“
„Ich habe hier eine Ration. Schaut zwar furchtbar aus, aber schmeckt auch so.“
Sofia pfeift. Sie mag Witze und freut sich an Ironie. Die Tatsache, dass Worte manchmal das Gegenteil ihrer Aussage bedeuten, fasziniert sie.
„Willst Du einmal probieren?“, frage ich.
„Ich kann nicht kauen. Ich habe keinen Mund, Du erinnerst Dich?.“
„Wie kannst Du dann mit mir reden?“
„Ich spreche nicht in Deine Ohren, sondern in Deinen Kopf.“
Sie spricht in meinen Kopf. Und in meinem Kopf holst sie sich auch die Wörter, die Grammatik und die Ironie. Ich bin für sie ein Kiosk für menschliches Wissen. Schade, dass dieses Geschäftsverhältnis so einseitig ist. Ich frage:
„Ohne Mund – ich meine, wovon ernährst Du Dich?“
„Von Luft und Liebe“, behauptet Sofia. Sie verharrt bewegungslos. Ich schaue sie mit einem Oberlehrerinnenblick an. Dann muss sie doch pfeifen.

Nach zwei Monaten in den Bergen wache ich auf und mein erster Gedanke gilt immer noch dem Gaxo. Ich strecke den Kopf aus dem Biwak und suche sie, denn auch nach zwei Monaten kommt mir meine Freundin vor wie ein Wesen aus einem Traum. Selbst, wenn sie nicht zu sehen ist, ertönt ihre Stimme in meinem Kopf.
„Guten Morgen, Dory! Hast Du etwas geträumt?“
„Guten Morgen, Sofie. Ja, ich glaube schon. Du warst so groß wie ich und bist mit mir in die Schule gegangen. Wir waren sogar Tischnachbarn.“
„Aufregung. Willst Du mir noch mehr erzählen?“
„Den Rest habe ich vergessen.“

Ich habe das gesamte Mark-Aurel-Gebirge durchwandert. Auf der anderen Seite wartet ein See auf uns, sein Wasser smaragdgrün und seine Wellen träge. Der Wind reißt Tröpfchen mit sich, sie schmecken auf den Lippen salzig und nach Schwefel.
Wir wandern zum Ufer und setzen uns in den schwarzen Sand. Im Licht von Roma tragen die Wolken über uns einen purpurroten Rand. Es ist ein angenehmer Frühlingstag für Palatin, dessen Luft auch im Hochsommer nicht wärmer wird als fünfzehn Grad. Mitten im See ragt eine Insel auf. Es wirkt, als hätte ein Riese einen Halbkreis ins Wasser gestanzt.
Ich kaue auf einem Grashalm und murmele, dass es schade ist, dass wir nicht dorthin spazieren können. Da hebt mich Sofia auf, setzt mich auf ihren Kopf und wir wandern auf dem Wasser. Sie sagt:
„Ich kann Dich auch in mir tragen, wenn es Dir zu kalt ist.“
„In Dir?“
„Ja. Ist es Dir zu kalt?“
„Nein, danke. Es ist wundervoll!“

Erosion mag bewirkt haben, dass die Insel aussieht wie ein Pilz. Auf einem dünnen Stumpf ruht die flache Seite einer rotbraunen Halbkugel. Im Wasser darunter schwimmen ölige gelbe Fäden. Bisher hatten wir von diesem Gewässer, dessen Namen laut P.D. „Octavia-See“ lautet, nur Luftaufnahmen. Die ungewöhnliche Pilzform war uns unbekannt und Karina schickt mir aus dem Basislager ungläubige Kommentare auf das P.D., als sie meine Fotos bekommt.
Ich sitze mit Sofia auf der Pilzinsel. Wir haben beschlossen, hier zu übernachten. Lange betrachten wir, wie Roma letzte Strahlen auf die Berggipfel wirft, die wir sechzig Tage lang durchkämmt haben. Plötzlich fragt sie, aus dem Nichts:
„Bruno war ein nicht guter Mensch, habe ich recht?“
„Wie kommst Du denn auf Bruno?“
„Ich habe ihn in Deinem Kopf getroffen. Er sagt, er hat Dich lieb. Aber Du glaubst in Deinem Kopf, er hat Dich nicht lieb.“
„Moment, kurze Pause! Sag‘ mal, Sofie, hast Du eine Vorstellung, was Privatsphäre ist?“
„Nein.“
„Du kannst doch nicht einfach in meinem Kopf mit meinen Verflossenen Diskussionen über mich anfangen. Was kommt als Nächstes? Fragst Du meine Mutter aus, warum ich eine Bettnässerin war?“
„Soll ich?“
„Nein, Sofia! Das sollst Du nicht! Das geht Dich nichts an!“
„Unsicherheit. Bist Du böse, Dory?“
„Nein. Ich bin nicht böse.“
„Aber Du schaust böse und Du redest böse und Du fühlst Dich böse!“
„Ja. Aber ich bin nicht auf Dich böse. Du kannst ja nichts dafür. Ich fühle mich bloß neben Dir so … “
„Klein?“
„Nackt.“
„Und nackt willst Du nicht sein?“
„Nein. Ich will nicht nackt sein.“
„Weil es dann so kalt ist?“
„Ja. Ungeschützt, verstehst Du?“
„Nein. Meinst Du, Deine Kleidung schützt vor Brunoschmerz?“
Können zwei Augen, so groß wie Wasserbälle und so schwarz wie Pech, ratlos blicken, oder schickt mir Sofia ihre Verwunderung auf anderem Weg direkt in den Kopf? Ich sage:
„Es ist so: Du weißt über mich so viel, weil Du Dich in meinen Erinnerungen umsiehst und ich weiß nichts über Dich. Weil ich mich nicht in Deinen Erinnerungen umsehen kann. Kannst Du das verstehen?“
„Einverständnis. Möchtest Du Dich in meinen Erinnerungen umsehen?“
„Geht das?“
„Du kannst alles wissen, was ich weiß. Das Meiste wirst Du wieder vergessen, weil ich so viel älter bin als Du und mein Kopf größer als Deiner, aber natürlich geht das. Jetzt?“
„Nein, nein! Nicht jetzt gleich. Das macht mir Angst.“
„Fühlst Du Dich nackt, Dory?“
„Nein. Aber … Das mit Bruno ist mir immer noch unangenehm, wenn ich ehrlich bin. Aber, wenn Du keine Angst vor Nacktheit hast, dann habe ich das vielleicht irgendwann auch nicht mehr.“
Es pfeift. Wahrscheinlich ist Sofia etwas Lustiges eingefallen. Meine Aufgabe ist es nun, sie zu fragen, warum sie pfeift. Leider hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass dem zwanzig Meter großen Wesen neben mir Witze nicht kindisch genug sein können. Sie sagt:
„Was ist das Erste, was Adam gesagt hat, nachdem er in den Apfel gebissen hat?“
An Humor müssen wir noch arbeiten.

Der Rückweg durch die Täler dauerte 56 Stunden weniger, als ich kalkuliert hatte. Sofia hat sich schon vor drei Tagen und Nächten abgesetzt und mich ziehen lassen. Als sie meine Tränen gesehen hat, hat sie gefragt:
„Trauer. Bist Du auch traurig, Dory?“
Ich habe genickt. Diese Bewegung pumpte noch mehr Tränen aus mir. Sie stupste mich mit einem Finger an und sagte:
„Sei nicht traurig, Dory. Wir sind. Ich bin Isidora und Sofia. Und Du bist Sofia und Isidora.“
Dann ging sie. Schneller, als mir lieb war, konnte ich sie, trotz ihre Größe, nicht mehr sehen. Ich war plötzlich so alleine, wie ich mir das ursprünglich von diesem Urlaub erhofft hatte. Keine Menschenseele. Doch die neue, ungewollte Einsamkeit bedrückte mich mehr, als das Gefühl unter vierhundert Forschenden die Einzige zu sein, die fühlte, nicht auf diesen Planeten zu gehören. Das war auch der Grund, warum ich meine Rente für den Rückflug zur Erde ausgegeben hatte.

Ich biwakiere am Landeplatz des Shuttles und lade mir ein Buch über Exobiologie auf das P.D.. Keine außerirdische Lebensform ähnelt den Gaxos. Der größte Teil aller Lebewesen im Weltall sind Mikroben, Bakterien oder bestenfalls Einzeller. Auf dem Mars fanden sich Überreste von Organismen, die unseren Schwämmen ähnelten. In den tropischen Methanmeeren auf Titan treiben Algenteppiche, in denen sich erste Einzeller spezialisieren.
Niemand hat bisher mit intelligenten Wesen von anderen Planeten einen Dialog geführt. Die Beziehung zwischen Sofia und mir ist wissenschaftlich eine Sensation. Hätte ich unsere Unterhaltungen protokolliert, wäre mir ein Nobelpreis sicher. Und jetzt, wo ich alleine vor meinem Biwak sitze und auf mein P.D. starre, pocht die Frage in mir: „Warum, zum Teufel, habe ich das nicht getan“. Warum?

Ich mache den Fehler, Karina von Sofia zu berichten. Schnell überfliegt sie die Scans der Drohnen und findet für das Mark-Aurel-Gebirge nicht eine einzige Sichtung eines Gaxos. Sie verspricht, das Erzählte für sich zu behalten, doch am nächsten Tag taucht ungefragt William in meinem Quartier auf, unser Psychologe.
Er erklärt mir nach einem halbstündigen Interview, in dem ich wortkarg Auskunft gebe, dass ich mir den gesamten Dialog wegen meiner Isolation nur eingebildet habe. Dass sich mein Unbewusstes dafür ein Gaxo geschaffen hat. In einer reizarmen Landschaft wäre das ein Schutzmechanismus, der mich vor seelischen Schäden bewahrt hatte.
In der Kantine bemerke ich die skeptischen Blicke und höre das Gemunkel. Mehr als die Hälfte der Besatzung der Basisstation hat noch nie von den Gaxos gehört und mit mir haben wahrscheinlich nur fünf jemals eines gesehen.

Als das nächste Versorgungsschiff im Orbit ankommt und ein Shuttle schickt, steige ich ein, um Palatin für immer zu verlassen. In zwanzig Stunden bin ich eingefroren und werde achtzig Jahre schlafen. Mein Team hat mir zum Abschied das einzige Drei-Sechzig eines Gaxos aus dem 3D-Drucker gelassen. Ich stehe mit der kleinen Statue in der Klapptür des Shuttles. Karina ist die einzige, die mich in den Arm nimmt. Sie meint: „Heute Abend stoßen wir auf Dich an, Isidora. Wenn wir hier auf Palatin schon alle zu Humus geworden sind, grüßt Du die Erde von uns. Wir werden Dich vermissen.“
Ich kann mich wieder nicht zur Höflichkeitslüge überwinden und sage stattdessen: „Unser Palatin ist der schönste Planet des Universums. Danke, dass wir ihn gemeinsam erforschen konnten!“
Es ist Bruno, der ruft: „Wir bauen aus ihm die bessere Erde!“.
Der Shuttlepilot ruft, die Klappe zischt langsam zu, wir fliegen ab. Durch das Bullauge sehe ich Palatin schrumpfen. Eine türkisfarbene Murmel, auf der meine Freundin lebt.

Kapitel 3: Rucapillán

Die engsten Verwandten, die ich in Santiago habe, sind die Enkel der Enkel der Enkel der Enkel meiner Schwester. Raumfahrt in einem relativistischen Universum ist Zeitreisen. 200 Jahre sind vergangen, als ich den Platz Nummer 84 auf der „Bona Dea“ eingenommen habe, dem zweiten Raumschiff mit Ziel Roma-System. Als die Erde hinter uns nicht mehr erkennbar war, war ich 25 Jahre, zwei Monate und drei Tage alt. Als der Palatin sich uns näherte, achtzig Jahre später, war ich biologisch nicht gealtert.
Ich bin eine der drei lebenden Menschen, die vom Palatin zur Erde zurückgekommen sind. Ich verdiene mir meine Anwesenheit, indem ich mich in Schulen und Universitäten ausfragen lasse; bis jetzt hat mich noch jede Lehrkraft als die älteste Frau aller Zeiten vorgestellt. Besonderes Staunen erziele ich, wenn ich aus dem Stand auf das Pult springe, oder einen Studenten mit einer Hand in die Luft hebe. Die Schwerkraft des Palatins hat aus mir eine Kraftsportlerin geformt. Ich bin die außerirdische Oma mit den Muskeln.
Ich muss anschaulich sein, weil die Menschen Wissen nicht mehr benötigen. Durch Implantate sind sie ohne Zeitverzögerung an das Weltwissen gekoppelt und alle verfügen über mehr Fakten über unsere Mission als ich. Der Blick meines Publikums ist voller Mitleid. Nicht nur, weil alle ihr jugendliches Aussehen ein Leben lang konservieren, und sich deshalb vor einer Frau, deren 65 Jahre man ihr auch ansieht, gepflegt gruseln. Sondern auch, weil ich in den Augen der vernetzten Menschheit schlicht unvorstellbar dumm bin.
Als Biologin würde ich die Menschen, denen ich begegne, nicht mehr Homo sapiens nennen. Jeder besitzt die Kapazität aller analogen und digitalen Gehirne. Auf dieser neuen Erde besteht kein Bedarf an Diskussion, es gibt keinen Streit um Sachfragen und keine Privatsphäre. Jeder spricht alle Sprachen. Regierungen sind genauso obsolet wie Fragebögen oder Kreuzworträtsel. Während das Relikt aus Urzeiten dieser neuen Gattung Dressurnummern vorführt, schicken sie sich still Nachrichten von Implantat zu Implantat.
Es ist eine Welt voller Künstler und die höchste Kunst ist die Improvisation – alles, was unbearbeitet im Netz funktioniert. Am beliebtesten ist es, überraschend miteinander zu verknüpfen und in das kalte Gemälde des Planetenhirns Gefühle zu tupfen. Diese Aufgabe erfüllt am einfachsten Humor. Die Erde ist ein Planet, auf dem viel gelacht wird und jeder Zweite verdingt sich Allen als Hofnarr.
Ich bin die Steinzeit und die Gattung Homo coniunctans – der vernetzte Mensch – bewundert mich wie ein Ausstellungsstück. Er lacht dabei über mich, ohne mich daran teilhaben zu lassen.
Selbst auf den Treffen der Veteranen bin ich fehl am Platz, keine der menschlichen Siedlungen im All liegt so weit entfernt wie die 40 Lichtjahre nach Roma. In meiner Verzweiflung habe ich Dr. Peters und ihren Mann in einer Gegend der Welt, die früher einmal Schweden hieß, aufgesucht. Auch sie lebten auf Palatin, auch sie sind zurückgekehrt, doch nun sind sie über neunzig. Sie haben sich schon vor zwanzig Jahren vernetzen lassen und können ihre persönlichen Erinnerungen nicht mehr von den Bildern aus dem Netz unterscheiden.

In der Nacht träume ich von Palatin. Als ich dort lebte, kam ich mir vor wie ein Eindringling aus einer anderen Welt. Als würde ich eine Welt erobern müssen, die mich nicht will. Ich kann den Planeten in meinen Träumen atmen sehen und ich höre sein Lied. Oft träume ich von Sofia und sehe sie, groß wie ein Haus, während sie die Berge und Täler nach mir absucht, weil sie erst jetzt begriffen hat, dass ich für immer fortgegangen bin. Jetzt, wo ich wieder auf meinem Heimatplaneten bin, erkenne ich, dass Palatin meine Heimat ist. Ich war ein Leben lang am falschen Ort.

Ich kehre zurück in die Anden. Vielleicht sind die Berge eine Therapie für das letzte Exemplars der Gattung Homo sapiens. Ich suche das Dorf meiner Kindheit und finde, wie erwartet, nur Dschungel. Die Netzmenschen haben die Dörfer verlassen und leben in Städten. Landwirtschaft ist nicht mehr nötig. Nahrungsmittel werden aus ihren chemischen Bausteinen repliziert. Haustiere existieren nur noch in zoologischen Parks.
Der Berg, den ich besteigen möchte, heißt in der Sprache meiner Eltern Rucapillán, das bedeutet ‚Haus des großen Geistes‘. Er sieht dem Fuji in Japan ähnlich und ist, wie dieser, ein aktiver Vulkan. Mit seinen 2800 Metern ist er für einen Gipfel der Anden klein. Die Höhendifferenz zu seiner Umgebung beträgt 1500 Meter, was einen großartigen Ausblick verspricht.
Der erste Tag des Aufstiegs beruhigt mich, wie erhofft. Die Wege, die ich als junge Frau gegangen war, sind überwuchert. Eine Herde wilder Esel begegnet mir und bestaunt mich, wahrscheinlich haben sie noch nie einen Menschen gesehen. Ich nähere mich einer schwangeren Stute und hätte sie schon fast berührt, als das große Geschrei einsetzt. Es klingt wie Lachen.
Die Regenwolken machen eine Rast am Rucapillán; bevor ich durchweicht bin, baut sich mein Biwak auf einen Sprachbefehl hin auf. Ich habe eine bullige Tasse dabei, in die man Wasser füllt und ihr dann einfach „Tee“, „Kaffee“ oder meinetwegen „Brühe“ sagt, schon stellt sie das Befohlene her. Die Motten setzen sich auf das kalte Flavinlicht, alle halbe Stunde muss ich sie verscheuchen. Zum ersten Mal seit Palatin schlafe ich die Nacht durch. Traumlos.

Ich stapfe durch den Schnee und erreiche den Gipfel in den Abendstunden. Das rote Licht, das aus dem Krater strahlt, erinnert mich an Roma und der Geruch an den Octavia-See. Am Rand bleibe ich im Schnee sitzen und lasse den Ausblick meine verkrampfte Seele dehnen. Mir scheint, als atmete die Erde, so wie der Palatin.

In meiner Kindheit waren hier Bergsteiger unterwegs, doch der Homo coniunctans braucht keine eigenen Erfahrungen. Er erlebt lieber eine fremde Erinnerung und sieht und riecht und fühlt den Vulkan, wann er will. Vielleicht beim Zähneputzen oder während er einer Frau zusieht, die laut ihrer Geburtsurknunde 225 Jahre alt ist.
Ich drehe mich um und blicke in den schwarzen Schlund des Berges. Gibt es einen Grund, dass er beinahe quadratisch ist? Steil fallen die schwarzgebrannten Wände ins Innere der Erde hinab. Tief unten simmert flüssiges Gestein, träge wie Haferbrei. Wenn eine Blase platzt, weht es mir Schwefel in die Nase.
Ein seltsames Gefühl, im Schnee zu stehen und nur einen beherzten Schritt von dem Magma entfernt lebendig zu sein. Der Sturz könnte drei Sekunden dauern, dann wäre mein Leben mit einem Schlag vorbei. Tausend Grad Hitze ließen den Körper sofort verdampfen, nur die Knochen vglühten kurz, während sie versänken.
Ein kleiner Schritt nur.

„Verzweiflung. Bist Du verzweifelt, Dory?“, fragt eine Stimme hinter mir.
Da ist Sofia. Da steht Sofia. Sie wirkt kleiner als auf Palatin, aber sie ist immer noch ein Gaxo. Ein Riesenwesen, welches auf der Erde nicht vorkommt.
„Du bist nicht hier. Ich bilde mir nur ein, dass Du da bist. Mein Unbewusstes hat Dich hier, auf diesem Vulkan, inszeniert“, antworte ich.
Vorsichtig nähert sich ihre Hand meinem Gesicht. Wie damals, als sie mir sanft die Nase stupste. Ich schließe die Augen vor Vorfreude. Doch sie schubst meine Schulter und sagt:
„Du bist’s“. Dann pfeift sie. Da war ja dieses Problem mit dem Humor. Ich erinnere mich.
„Wie kommst Du hierher auf die Erde?“, frage ich sie und spiele nicht Fangen.
„Ich besuche Dich, Dory. Bist Du hier, um Deinen Planeten zu sehen?“
„Ja, sicher. Du weißt ja: Ich liebe die Berge. Aber wie bist Du hergekommen?“
„Ich bin geflogen. Wie Ikarus.“
„Du bist 40 Lichtjahre geflogen, Sofie?“
„Sicher. Das ist nicht weit.“
Ich gaffe das Wesen vor mir an, während mein Verstand ihre Anwesenheit wissenschaftlich zu erklären versucht. Es macht keinen Sinn. Dann erst schwappt die Freude über mich und ich laufe los und umarme ihr rechtes Bein. Im Moment der Berührung ändert sich in Sofie die Dichte und das Bein fühlt sich an wie ein menschliches. Sie nimmt mich in eine ihrer Hände und hält mich vor ihre Augen. Ich frage:
„Warum bist Du so klein geworden?“
„Bin ich? Das liegt wahrscheinlich an dem Luftdruck hier auf der Erde.“

Wir steigen gemeinsam ab und erreichen erst in der Nacht die Ebene. Das Biwak baut sich auf, aber ich möchte nicht schlafen. Sofia sucht und findet einen Platz, um sich zu setzen, ohne Tiere oder Pflanzen zu zerquetschen. Wir unterhalten uns.
„Wie gefällt Dir die Erde, Sofie?“
„Die Erde gefällt mir gut. Viel Leben. Es geht ihr wieder besser. Ich mag das viele Wasser besonders. Wasser ist gut.“
„Ja. Finde ich auch. Das war auf Palatin knapper.“
„Wie gefällt Dir denn die Erde, Dory?“
„Mir? Nun, sie ist mein Heimatplanet. Wir Menschen haben uns hier entwickelt. Also bin ich am besten auf die Lebensumstände der Erde angepasst, vermute ich. Und Du weißt ja, wie das mit Heimat ist …“
„Nein. Weiß ich nicht. Wie ist das mit Heimat?“
„Das ist immer eine Hassliebe. Man liebt sie, aber man hasst sie gleichzeitig.“
„Einverständnis. So wie Deine Eltern!“
„So etwa.“
„Also hasst Du die Erde?“
„Auch. Sie hat sich sehr verändert in 200 Jahren. Die Menschen sind nicht mehr so, wie sie waren, als ich aufgebrochen bin in Deine Heimat. Ich gehöre nicht hierher. Ich passe hier mittlerweile weniger her als auf Palatin.“
„Warum kehrst Du nicht zurück?“
„Das kann ich mir nicht leisten. Und ich kann ja nicht fliegen, so wie Du oder Ikarus.“
„Dann fliegen wir gemeinsam. Du kannst in mir sein und wir fliegen nach Palatin.“
„Das geht?“
„Sicher. Wollen wir?“

Als ich mich nackt ausgezogen habe, nimmt Sofia mich in ihre Hände und schiebt mich in ihren gasförmigen Körper. Schwerelos schwebe ich in ihr. Ich halte aus Angst die Luft an, bis ich fast platze, dann atme ich schnappend ein. Ich atme Sofia ein. Sie fliegt, der Vulkan unter uns ist nur noch ein kleiner roter Leuchtpunkt. Wir fliegen. Ich fliege.
Ich sehe, dass die Erde atmet – ich hatte mich nicht getäuscht. Ich erinnere mich, wie sie in Ball aus Magma war und ein anderer Planet mit ihr kollidierte und die Wächter sie bewahrten. Ich habe alle Erinnerungen von Sofia und sie alle von mir.
Ich sehe, wie die zwölf Wächter auf Palatin ankommen, um die Menschen zu beobachten. Sie fragen den Planeten, ob es ihm gut geht und er antwortet, dass er die Pilze und Gräser liebt, die wir ihm gebracht haben.

Ich sehe, wie sich mein Körper auflöst. Erst die Haut, dann die Muskeln. Sie werden zu Gas und von den blauen und roten Bällen verteilt. Ich fürchte mich nicht. Das ist nicht der Zeitpunkt des Sterbens.
Ich bin nur noch Nerven und Knochen. Ohne Augen erinnere ich mich an die Heimatwelt der Wächter. Ein verbrannter Klumpen Kohle, der von seiner Sonne verschluckt wird. Millionen weiße Punkte fliehen in alle Richtungen. Wie sie treibe ich durch den Weltraum. Mein Körper ist ein Teil von Sofia. Ich habe sie verfärbt. Rosa.
Uns. Wir sind rosa.
Ich bin Isidora und Sofia. Und ich bin Sofia und Isidora. Wir sind.

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